Kirchenkonzert 2019

Mit einem sehr abwechslungsreichen Programm überraschte der Musikverein Au am Sonntag, 19. Mai die Zuhörer beim Kirchenkonzert in der St. Johanneskirche in Au.

Zu Beginn zeigten die Kinder der frühmusikalischen Erziehung unter der Leitung von Laura Mandel mit "Laudato si", gespielt auf Blockflöten, dass sie bereits in jungen Jahren souverän vor einem solch großen Publikum auftreten können.

Das "Halleluja" von Händel war der majestätische Auftakt zu einem Konzertprogramm des Musikverein Au unter der Leitung von Rolf Mandel, wie es unterschiedlicher nicht sein könnte. Nach einer kurzen Ansprache durch Herrn Pfarrer Reichardt, der sich freute, nach zehn Jahren wieder einmal den Musikverein zu einem Konzert in der Auer Kirche begrüßen zu können,  brillierten Flöten und Klarinetten mit der "Badinerie" von Bach, bevor die zwei lupenreinen Piccolo-Solotrompeten beim "Vivaldi-Concert" die Zuhörer in ihren Bann rissen. Im Marienmonat Mai durfte natürlich auch das "Ave Maria" nicht fehlen.

Ein Blechbläserquintett zeigte sein Können beim feierlichen "Exsultate Jubilate", gefolgt von engelsgleichen Tönen des gesamten Orchesters bei Mendelssohns "Elias". Dies stand im krassen Kontrast zum fulminanten "Requiem" von Verdi. Der Tag des Zornes als auskomponierter Weltuntergang zeigt, wie leidenschaftlich Verdi dieses Werk in extreme Bereiche führte, vom mächtigen Fortissimo mit dem Donnerschlag der großen Trommel und dem vollbesetzten Orchester zu Beginn bis hin zum angstvollen Flüstern am Ende dieses Abschnittes seiner Totenmesse. Wie eine göttliche Erlösung erklang anschließend „Adagio for Strings“ von S. Barber, auch bekannt als Titelmusik beim Antikriegsfilm „Platoon“. Beide Musikstücke wurden vom Dirigenten Rolf Mandel für das Orchester des Musikvereins Au arrangiert.

Das jugendliche Vororchester zeigte sein beeindruckendes Können bei "Deep River" und "Ain´t no mountain high enough". Unter der Leitung von David Mandel, der diese Spirituals und Gospels für das Auer Jugendorchester selbst arrangierte, hörten sich die Jugendlichen bereits wie ein "großes Orchester" an.

Ein Experiment der besonderes Art war die "Toccata in d-moll". Dieses allseits bekannte Musikstück auf der Orgel, gespielt vom Baritonsaxophonisten des Musikvereines, wurde rhythmisch perfekt ergänzt durch ein Schlagzeug, welches die mitreißende Melodie noch dramatischer erklingen ließ.

Mystisch-ruhige Klänge erfüllten danach den Kirchenraum bei "Immortal Bach". Alle Musiker waren im gesamten Kirchenschiff verteilt, sodass der Raum der ganzen Kirche miteinbezogen wurde. Die Melodie erklang durch verschiedene Gruppen in unterschiedlichen Tempi gleichzeitig, sodass eine Überlagerung der Klänge stattfand, die sich in den Ruhepunkten wieder auflöste.

Ein sechzehn-köpfiges Saxophon-Ensemble brachte anschließend souverän-lässiges Gospel-Feeling in den Kirchenraum mit "If we ever needed the Lord before".

Den grandiosen Abschluss bildete "Amen": Bei diesem Gospel, arrangiert vom Drigenten Rolf Mandel, zog es alle Konzertbesucher von den Stühlen, sie standen auf, klatschten mit und sangen gemeinsam mit den beiden Sängerinnen des Musikvereins begeistert "This little light of mine, I´m gonna let it shine".

Im Anschluss an das Konzert lud der Musikverein noch zu einem Umtrunk im Kirchensaal ein, der von den meisten Besuchern gerne angenommen wurde. Bis in die späten Abendstunden feierte der Musikverein gemeinsam mit seinen Besuchern das rundum gelungene, erfolgreiche Kirchenkonzert.